Hier lesen Sie das Interview von Dagmar Bertram mit mir als Bürgeremeisterkandidatin in der Ausgabe der Wetterauer Zeitung vom 17.01.2025. Vielen Dank für das tolle Interview, auch zu lesen auf der Website der Wetterauer Zeitung: https://www.wetterauer-zeitung.de/wetterau/echzell-ort848699/christa-degkwitz-fuer-die-gemeinde-eintreten-93521840.html
Christa Degkwitz: „Für die Gemeinde eintreten“
Seit vielen Jahren ist Christa Degkwitz überzeugte Ehrenamtlerin. Ebenso überzeugt ist sie inzwischen davon: Wer mitbestimmen will, muss in die Politik. Das ist auch der Grund, warum sie für die Echzeller Grünen ins Rennen bei der Bürgermeisterwahl geht.
Mit Wahlkämpfen kennt Christa Degkwitz sich aus. Sie hat den Bürgermeisterwahlkampf 2013 ihres Mannes Jochen in Echzell und den von Thomas Alber 2012 in Rosbach beruflich begleitet. Nun wirbt die selbstständige Projektmanagerin für Marketing-Kommunikation in eigener Sache: Sie will die Nachfolgerin von Echzells Bürgermeister Wilfried Mogk werden.
Als Marketing-Expertin weiß die 57-Jährige: Die verbleibende Zeit bis zur Wahl am 4. Mai muss klug genutzt werden. Ihre Mitbewerber haben ihren Hut längst in den Ring geworfen und schon viele Gespräche mit den Bürgern geführt.
»Man kann hier gut leben, aber man muss auch etwas dafür tun, dass es so bleibt«
Ausschlaggebend für die Grünen, erstmals einen Bürgermeisterkandidaten bzw. eine -kandidatin aufzustellen, sei der Entschluss von Amtsinhaber Mogk gewesen, nicht wieder anzutreten. Im November hatte er dies bekanntgegeben, unter anderem wegen der Entscheidung der Bürger gegen den »Zukunftspark«. Auch Degkwitz bedauert das Ergebnis des Bürgerentscheids: Die Gemeinde hätte von diesem Projekt zur Landesgartenschau 2027 profitieren können, sagt sie. Um trotzdem noch etwas vom Glanz der Großveranstaltung abzubekommen, gelte es nun, für andere Anziehungspunkte zu sorgen, z. B. das Auen-Infozentrum am Bingenheimer Ried und den Aussichtsturm am Limesradweg.
Auch deshalb hätten sich die Grünen für eine eigene Kandidatur entschieden. »Wir wollen Themen setzen, Diskussionen anstoßen«, sagt Degkwitz. Das sei auch ihre persönliche Motivation: »Ich möchte den Wahlkampf nutzen, um über Inhalte zu sprechen.« Ziel sei, Echzells Stärken zu stärken. »Man kann hier gut leben, aber man muss auch etwas dafür tun, dass es so bleibt.«
Mehr Kontakt zu den Bürgern
Dafür sei Kommunikation unabdingbar: mit den Ehrenamtlichen ebenso wie mit den Gewerbetreibenden und Landwirten. Der Kontakt zu den Bürgern solle niedrigschwellig möglich sein, sagt Degkwitz und schlägt eine App vor. Gerade nach der schlechten Stimmung am Ort während des Bürgerentscheids sei es wichtig, als Verwaltung wieder mehr in Berührung mit der Bevölkerung zu kommen.
Zu den Inhalten, über die sie im Wahlkampf ins Gespräch kommen möchte, zählt die Renovierung der Alten Apotheke. » Das ist mein Herzensprojekt beim Thema Bauen«, sagt Degkwitz. Die Förderung über das ISEK-Programm helfe der Gemeinde zwar. »Aber wir müssen weitere Gelder einwerben.« Als weiteres Thema nennt sie das Neubaugebiet in Bingenheim. Hier sei die Frage: »Wie bauen wir zukunftsfähig?« Degkwitz plädiert für Kalte Nahwärme, die ohne fossile Energie auskomme. Und um für bezahlbaren Wohnraum zu sorgen, solle Echzell bei der Wohnungsbaugesellschaft des Kreises mitmachen.
Der Schritt in die Politik
Probleme angehen und Lösungen suchen – das waren nicht nur die Gründe für Degkwitz’ Kandidatur, sondern auch für ihren Schritt in die Politik. In Gettenau aufgewachsen, war sie der Arbeit wegen nach Frankfurt und der Liebe wegen zurück nach Echzell gezogen. Sie engagierte – und engagiert – sich ehrenamtlich, in vielen Vereinen und bei Veranstaltungen, von der Theatergruppe über das Kirchplatzfest bis zur Initiative »Bürger für Boden«, die sich gegen das Rewe-Logistikzentrum in Berstadt positioniert.
Im Laufe der Zeit habe sie verstanden: Noch mehr mitgestalten könne sie in der Politik. Seit 2016 gehört sie der Grünen-Fraktion in der Gemeindevertretung an, anfangs noch ohne Parteimitgliedschaft; seit 2021 vertritt sie die Grünen auch im Kreistag. Dort will sie sich dafür einsetzen, dass der Kreishaushalt »gegen den Strich gebürstet« wird, um weitere Erhöhungen der Kreis- und Schulumlagen zu vermeiden. Allein die aktuelle Steigerung habe für Echzells Haushalt einen Mehraufwand von über 800 000 Euro bedeutet. »Das nimmt viel Spielraum« und sei auch der Grund für die Erhöhung der Hebesätze. Das sei bei der Gewerbesteuer besonders schmerzhaft gewesen. »Das würde ich gern wieder zurückdrehen, versprechen kann ich es nicht.«
Degkwitz sagt, sie sei zuversichtlich, dass es an themenorientierter Wahlkampf werde. »In der Kommune kann es nicht um Parteipolitik gehen, sondern nur um die beste Lösung für den Ort.« Vor dem Bürgermeisteramt habe sie großen Respekt. »Daran knüpft sich so vieles, was die Geschicke der Gemeinde angeht.« Natürlich müsse ein Bürgermeister – oder eine Bürgermeisterin – mithilfe eines stabilen, guten Teams ausführen, was die Gemeindevertretung vorgebe. »Aber man kann auch Dinge anschieben. Man ist das Gesicht der Gemeinde, man tritt für sie ein.«
INFO: DREI BEWERBER
Die zweite Amtszeit von Bürgermeister Wilfried Mogk (parteilos) endet am 31. Oktober. Er tritt nicht noch einmal an. Am Sonntag, 4. Mai, entscheiden die Echzeller, wer seine Nachfolge antreten soll. Eine eventuelle Stichwahl würde am 18. Mai stattfinden. Es gibt bislang drei Kandidaten: Tatjana Lange (SPD), Raik Noll (CDU) und Christa Degkwitz (Grüne). Am 24. Februar endet die Frist zur Einreichung von Wahlvorschlägen.
Bild: ©Dagmar Bertram

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